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Hallo Katharina, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei UpVisit kurz vor:
Hi, ich bin Katharina, zusammen mit Alicia Sophia Hinon habe ich im Mai 2022 UpVisit gegründet. Mittlerweile sind wir ein 14-köpfiges Team und wir sitzen im wunderschönen Stuttgart.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startup, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen?
UpVisit ist die erste und einzige Plattform, die es Orten unabhängig von ihrer Größe, ihrem Budget und ihrer Kapazität ermöglicht, digitale Erlebnisse vor Ort anzubieten. Unsere Kund*innen sind Geschäfte, Kultureinrichtungen oder beispielsweise auch Messen und Events. Mit UpVisit können sie interaktive Erlebnisse schaffen und ihre Sichtbarkeit überall mit einer kostengünstigen, bequemen und automatisierten Lösung steigern. Besucher*innen können Orte in einer völlig neuen Tiefe erkunden und sogar Einkäufe wie Tickets über unsere zentrale und personalisierte Plattform tätigen. Darüber hinaus beleben wir nicht nur die Orte in unserer App, sondern auch ihre unmittelbare Umgebung, indem wir mehr Menschen durch digitale Erlebnisse dazu bringen, sich physisch in der Stadt aufzuhalten und die Angebote anderer Orte wahrzunehmen.

Welches Problem wollt Ihr mit UpVisit lösen?
Immer mehr Interaktionen finden aufgrund der Einfachheit und des Komforts online statt. Das Problem ist, dass sich statische Orte wie Geschäfte oder temporäre Orte wie Messen in dieser Hinsicht kaum weiterentwickelt und gegenüber der digitalen Welt an Attraktivität verloren haben. Damit gehen jedoch einzigartige Erlebnisse und Wissen verloren, die durch die digitale Welt nicht ersetzt werden können. Deshalb geht es vor allem darum, die digitale mit der physischen Welt zu verknüpfen, um das Beste aus beiden Welten zu nutzen. Menschen brauchen auch vor Ort Orientierung, z.B. durch Navigation über das Gelände, einen Überblick über das Tagesprogramm oder auch einen Einblick in das Produktportfolio. Mit der App interagieren die Menschen interaktiv und intuitiv mit der digitalen und der physischen Welt gleichzeitig und tauchen in eine neue Erlebniswelt ein, die auf ihre Bedürfnisse und die Orte zugeschnitten ist. UpVisit entstand aus der Idee, genau diese Bedürfnisse der verschiedenen Orte mit wenig Aufwand zu bündeln und den Nutzern eine zentrale Plattform zu bieten, anstatt viele einzelne Apps herunterladen zu müssen.
Wie ist die Idee zu UpVisit entstanden ?
Die Idee entstand aus der Innovationsagentur 7Places heraus, die digitale Konzepte für Shops, Museen, Kultureinrichtungen und Tourismusbüros entwickelt und umsetzt. Dabei fiel auf, dass alle Kund*innen nicht nur ähnliche Herausforderungen haben, sondern auch sehr ähnliche Lösungen benötigen. Die Idee einer Plattformlösung lag dann nahe, um nicht für alle Kund*innen individuell das gleiche Produkt zu entwickeln, sondern einen Baukasten zur Verfügung zu stellen, mit dem die Lösungen schnell, kostengünstig und auf dem neuesten Stand der Technik erstellt werden können. Außerdem möchte niemand für jede Veranstaltung oder jedes Geschäft eine eigene App herunterladen. Hier fehlt der Mehrwert für die Endnutzer*innen.
Wie würdest Du Deiner Großmutter Upvisit erklären ?
Oma, kennst du das, wie die jungen Leute ständig an ihren Handys hängen? Genau da möchten wir anknüpfen. Wir haben ein Konzept entwickelt, das die digitale Welt mit der analogen verbindet. Stell dir vor, du gehst durch die Stadt und mit einer App auf deinem Handy kannst du jedes Geschäft oder jede öffentliche Veranstaltungsstätte intensiver erleben. Im Feinkostladen bekommst du zusätzliche Informationen zu den Aromen der Delikatessen, im Kleidungsgeschäft findest du schnell, was du suchst, und im Museum stehen spannende Videoclips bereit, wenn du tiefer in ein Thema eintauchen möchtest. Und das alles nur mit einem einfachen Knopfdruck.
Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Das Grundkonzept ist immer noch dasselbe wie am Anfang, aber der Fokus ändert sich und nicht nur deshalb entwickeln wir die App ständig weiter. Aktuell fokussieren wir uns beispielsweise sehr stark auf den Messe- und Eventbereich, viele Veranstalter sehen hier den Nutzen für die Besucher*innen und erarbeiten für ihre Events eine Visitor Journey mit UpVisit. Wir hören also sehr genau hin, wo die App UpVisit Vorteile bringt und Orte beleben kann und sind dann auch in der Lage, sie schnell an die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen.
Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell?
Unser Geschäftsmodell basiert auf einem Lizenzmodell. Das bedeutet, dass Kund*innen unsere App und das dazugehörige CMS für eine bestimmte Laufzeit buchen können. Dabei gehen wir folgendermaßen vor:
- Erstellung interaktiver Inhalte im CMS: Mit unserem benutzerfreundlichen Content-Management-System (CMS) können Kund*innen in wenigen Minuten interaktive Inhalte, wie Videos, Audiodateien, Fotos und Grafiken, etc. erstellen.
- Herunterladen des QR-Code-Kits: Unser CMS generiert automatisch ein persönliches Media-Kit mit den entsprechenden QR-Codes für den Kunden.
- Besucher*innen erkunden die Inhalte: Durch das Scannen der QR-Codes erscheinen die interaktiven Multimedia-Inhalte direkt auf den Smartphones der Besucher*innen.
Für Endverbraucher*innen ist die App komplett kostenfrei und ohne Angabe von personenbezogenen Daten möglich.
Wie genau hat sich UpVisit seit der Gründung entwickelt ?
UpVisit wurde im Mai 2022 gegründet. Die Idee für UpVisit entsprang aus der Museumsbranche und das Unternehmen fokussierte sich vorerst auf eben diese sowie Unternehmen und Geschäfte. Im März 2023 ging die App Live.
Seitdem hat sich der Fokus auf das Event-Ökosystem geschoben und UpVisit konnte bereits namhafte Kunden wie das ETH AI Center und die Messe Stuttgart für sich gewinnen. Weitere Zusammenarbeiten mit dem Stuttgarter Lichterfest und Weindorf sind aktuell bereits in Umsetzung. Seit der Gründung wuchs UpVisit von drei auf vierzehn Mitarbeitende.
Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?
Wir sind mittlerweile ein Team von 14 Personen.
Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?
Wir standen mit unserer nagelneuen Map-Funktion auf unserer ersten größeren Veranstaltung und die Usability war noch nicht ausgereift. Da hatte ich ganz schön Puls.
Was habt Ihr daraus gelernt ?
Wir lernen noch immer daraus. Eigentlich lernen wir ständig. Aber im ersten Schritt haben wir nochmal unsere internen Prozesse unter die Lupe genommen und haben die Abläufe von Tests und Freigaben optimiert.
Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?
Bei unserer Teamaufstellung. Wir leben nach der Philosophie: People First. Die menschliche Qualität steht über allem – beim Team, aber auch bei Kunden und bei Investoren. Wir entscheiden nach der menschlichen Qualität und nicht ausschließlich nach dem Skill-Set, ob wir mit jemandem zusammenarbeiten wollen.
Wie ist Euer Startup finanziert ?
Wir haben gerade eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Neben einem Investoren-Chapter aus Business Angels und einem lokalen Banken-Konsortium, investierten außerdem über 200 Business Angel über eine Crowdfunding-Kampagne.
Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?
Unser Hauptziel ist es, unsere Präsenz zu erweitern, um noch mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, von unseren interaktiven Erlebnissen zu profitieren. Unser Fokus liegt aktuell darauf, Großveranstaltungen interaktiv zu gestalten. Also Besucher*innen leiten und über das Veranstaltungsgelände navigieren, einen Überblick über Bühnen und Bühnenprogramm schaffen bis hin zum persönlichen Event-Kalender jedes Besuchers, Guided Tours um Aussteller und Besuchende gezielt zusammenzubringen und (buchbare) kleinere Events in Stores, Galerien und Museen ermöglichen.
Unser Ziel für 2024 sind 1 Mio ARR.
Vielen Dank für das Interview.
2 thoughts on “UpVisit – der Guide in der Hosentasche deiner Besucher”